Neue Handelsstrategie

Hallo zusammen, da ich zurzeit mit der Uni sehr eingespannt bin, werden die Artikel etwas unregelmäßiger kommen – aber sie werden kommen.

Heute möchte ich euch eine neue Idee von mir vorstellen. In Zukunft möchte ich vermehrt Spreads handeln. Ich habe selbst noch keine wirklich praktischen Erfahrungen damit, daher werde ich eine Testphase starten. Und ihr sollt diese Strategie mitverfolgen können. Sobald ich eine Position eingehe, werde ich diese sofort im Blog veröffentlichen und man kann dann beobachten wie sich der Trade entwickelt. Ich werde alle paar Tage den Trade im Blog aktualisieren und sollte es zum Adjustieren kommen, werde ich das zeitnah veröffentlichen.

Warum mache ich das?

Das Ziel dieser Strategie sollte sein, dass ich weniger Margin als für eine reine Short Position brauche und daher mehr Position gleichzeitig eröffnen kann. Ich möchte aber nicht mehr Positionen in der gleichen Aktie eröffnen, sondern auf verschiedene Aktien diversifizieren.

Wenn man sich das kurz durch denkt klingt das eigentlich ziemlich verlockend.

  •  Ich eröffne mehr Positionen und kann daher auch mehr Geld verdienen.
  •  Weiter kann ich nun Positionen auf größere Werte eröffnen, da die Margin-Anforderung mit einem Spread geringer ist.
  • Und vielleicht der wichtigste Punkt für manche: Mein Risiko ist begrenzt! Für mich ist das zwar nicht der schlagende Punkt, weil ich mit meinem Risikomanagement bis jetzt sehr gut gefahren bin. Aber sollte aus welchen Gründen auch immer morgen die Börse untergehen, mein Risiko ist begrenzt.

Wenn man weiter denkt kommt man allerdings auf ein paar Punkte die nicht so optimal sind und zwar:

  • Ich muss die doppelte Kommission bezahlen. Anstatt zwei Orders pro Aktie habe ich jetzt vier.
  • Auch wird das Rollen etwas umständlicher werden, sollte aber möglich sein. Allerdings wirken sich auch hier die Kommissionen wieder stark auf die Performance aus.

Zurzeit bin ich aber überzeugt, dass es sinnvoll ist Spreads zu handeln.

Sehen wir uns meine Idee am Beispiel Netflix (aktuell bei 139$) genauer an:nflx

Wenn ich eine Short Position eingehe bei einem Strike von 125$ und einem Delta von 10 würde ich eine Prämie von ca 70$ bekommen. Die Margin beträgt 1300$.shortnflx

Bei einem Spread mit 500$ Risiko und einem Delta von 7 würde ich ca. 50$ Prämie bekommen. Die Margin beträgt nur 466$. Also ein Drittel im Vergleich zum Short Put.spreadnflxSobald sich eine Trademöglichkeit ergibt, werde ich sie im Blog veröffentlichen

Was haltet Ihr von dieser Idee?

 

Lg Michael

 

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22 Gedanken zu “Neue Handelsstrategie

    1. Hallo

      Danke für deinen kritischen Kommentar.
      Ich persönlich sehe es nicht als Glücksspiel, da ich gewisse Parameter beeinflussen kann. Durch diese Parameter erhöhe ich meine Gewinnwahrscheinlichkeit. Aber es stimmt, man verliert auch ab und zu – so wie auch ein Investor manchmal verliert. Wichtig ist nur das man mehr Gewinner als Verlierer hat, was sich vermutlich auch ein jeder Investor wünscht.

      Ich gehe nicht davon aus das ich dich jetzt mit diesem Kommentar überzeugt habe, das ist auch nicht meine Aufgabe. Solltest du aber mehr über Optionen wissen wollen, dann kannst du mich gerne fragen.

      Lg Michael

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    2. Hallo EasyWISA,

      Wir Stillhalter stehen auch nicht so auf Glücksspiel, deshalb machen wir das ganze ja auch. Mittels Optionshandel kannst du die Seite des Casinos einnehmen. Wie du vielleicht weiß: Das Casino gewinnt im Endeffekt immer. Es wird ab und zu Veruste geben, das ist gar keine Frage. Aber noch einmal: Im Endeffekt gewinnt das Casino immer. Weißt du auch warum das so ist? Weil die Wahrscheinlichkeit auf der Seite des Casinos ist.

      Der Ansatz von Michael hat auf jeden Fall seine Berechtigung! Die Statistik lehrt uns gewisse Dinge, unter anderem die erste und zweite Standardabweichung von Zufallsvariablen. Der Kurs einer Aktie unterliegt ganz gewöhnlichen Schwankungen. Dies ist unsere Zufallsvariable. Hält man sich an gewisse Grundzüge wird man im Endeffekt immer ein positives Ergebnis haben. Man muss nur genug dieser Wahrscheinlichkeiten in die Tat umsetzen. Das Endergebnis wird sich dem Erwartungswert annähern.

      Aber ich verstehe deine Argumentation. Für jemanden, der sich nicht damit auseinander setzt sieht es natürlich so aus, als wäre das reines Glücksspiel. Um erfolgreich zu werden muss man sich eben dafür interessieren, viel Erfahrungen sammeln und Monate oder Jahre in die Ausbildung stecken. Am Ende wird es sich auf jeden Fall bezahlt machen.

      Schönen Gruß!
      mfG Chri

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  1. Also die Strategie würde mich natürlich interessieren! Gerade zum Mitverfolgen sicherlich spannend!

    Jedoch sehe ich beim Spread ein Minus bei der Prämie?! Zahlst du dann nicht mehr als du bekommst?

    Liebe Grüße
    Florian

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    1. Hallo Florian

      Das hat mich anfangs, als ich mit der TWS begonnen habe auch etwas irritiert. Die Erklärung liegt allerdings darin, dass ich den Spread kaufe und nicht verkaufe. Das heißt ich kaufe einen Spread für – 50$, somit bekomme eine Prämie.

      Lg Michael

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  2. Es ist sicherlich nicht falsch, etwas auszuprobieren. Ich bin jetzt seit fast einem halben Jahr als Stillhalter dabei. Anfangs verlief es sehr schleppend, auch da ich einige Fehler gemacht habe. Ich habe in der Zeit auch einiges ausprobiert. Am besten gefallen mir aber simple Short-Put und Short-Call-Strategien. Gerne auch als Short-Strangle. Beim Strangle nehme ich weit entfernte Ausübungspreise und eine längere Laufzeit (sonst lohnt die Prämie nicht). Heute hatte ich Glück mit Unilever, die Aktie ist stark gefallen (4%), da konnte ich meinen langlaufenden Call günstig zurückkaufen. Da mein Ausübungspreis bei 34 Euro liegt, hat die Aktie noch Spiel nach unten. Ich direkt einen zweiten Put für 34 Euro verkauft, jetzt natürlich mit einer höheren Prämie. Sollte die Aktie auf 34 Euro fallen, werde ich mich ausüben lassen. Die Dividendenredite ist gut und das Unternehmen sehr solide. Nach einigen Monaten dürfte man die Aktie wieder mit einem höheren Short Call ausgebucht bekommen. Also wenn man nur Puts zu einem angemessenen Ausübungspreis auf Aktien verkauft, die man auch gerne im Depot hätte, kann eigentlich nicht viel schief laufen.

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    1. Hallo Bernd

      Wenn man was Neues ausprobiert macht man Fehler. Aber je mehr Positionen man gehandelt hat, desto sicherer wird man, doch selbst dann passieren noch ab und zu Fehler.
      Also wenn du die Aktie ohnehin kaufen willst, dann gibt es keinen besseren Weg, als dafür auch noch bezahlt zu werden. Weil dein Risiko liegt nur in der Aktie und das hast du auch bei einem Aktienkauf.
      Wenn du die Aktie eingebucht bekommst kannst du ein Calls darauf schreiben bis du wieder ausgebucht wirst.

      Lg Michael

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  3. Wie rollst du dann? Beide contracts? Man könnte ja auch den Long mit Verfallsdatum > 2017 kaufen. Dann musst du den erstmal nicht rollen und der Zeitwertverlust fallt nicht so ins gewicht. Hab einen Poor man’s Covered Call auf Lufthansa und fühle mich sehr sicher mit dem seit einiger Zeit. Das Gegenteil will ich auch mal ausprobieren.

    Rein aus dem Sicherheitsaspekt würde ich aber keinen Spread Trade machen. Ich denke mir da immer, dass die Wahrscheinlichkeit eines derart extremen Anstiegs in einem zeitraum, in dem ich nicht reagieren kann ( = Wochenende, über Nacht) bei großen AG’s extrem gering ist. Ich mein, wie wahrscheinlich ist es, dass VW plötzlich einen verdoppler hinlegt und man dann mit seinen Uncovered Short Calls pleite ist?

    In deinem Beispiel sprechen wir von einem plötzlichen Kursverlust von 16$. Denke nicht, dass Netflix solch ein „über nacht potential“ hat.

    Lufthansa ist ein Wert, mit dem ich derzeit eben Long Calls als Absicherung meiner Short Calls hab. Und zwar deshalb, weil die Aktie von geringem Wert ist, viel Potential für eine durch Zocker getriebene Aufholjagd hat und die Optionsprämien nicht sehr hoch sind. Deshalb muss ich Call relativ nahe am Kurs verkaufen.

    Aber der Punkt mit der Margin ist auf jeden Fall wichtig.

    Ich denke, man muss es einfach ausprobieren.

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    1. Hallo Josef

      Wenn es zum Rollen kommt, werde ich den gesamten Spread rollen. Ja prinzipiell kann man auch Long Put mit einer sehr langen Laufzeit kaufen, doch für meine Kurzfrist-Strategie ist das nicht wirklich sinnvoll, da er auch viel Geld kostet, was mir dann für neue Trades fehlt.
      Es stimmt, es ist eher unwahrscheinlich das ein großer Wert über Nacht gapped. Allerdings bin ich auf der Call Seite immer vorsichtig, man weiß ja nie 😉
      Ich verkaufe Calls eher in einem schlechten Marktumfeld, jetzt wo fast alles steigt verkaufe ich viel lieber Puts.

      Lg Michael

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  4. Viel Erfolg mit dem Spreads. Ich mach sowas eigentlich fast nur, um die Margin zu reduzieren. Das Risiko steuere ich lieber „manuell“

    Was mich von Spreads abhält ist das Problem, dass du bis zur Long-Sicherung genauso viel verlierst wie mit dem Naked Put. Nur dass du für die gleiche Distanz weniger Prämie zur Verfügung hast und mehr Gebühren zahlst — und damit deinen statistischen Vorteil reduzierst.

    VG, Rico

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    1. Hi Rico

      Ja ich verwende es auch nur zur Margin-Reduzierung, dadurch kann ich mit einem kleinen Konto größere Werte handeln. Ich habe auch nicht vor den Spread ins Geld laufen zu lassen. Die 200% Verlustregel gilt nach wie vor. Doch einen Vorteil sehe ich schon und zwar wenn die Vola stark anspringen oder der Preis sich heftig gegen mich bewegen sollte, fängt der gekaufte Put doch den Verlust etwas auf und ich muss später rollen. Die Position sollte also insgesamt stabiler sein.

      Lg Michael

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      1. Das funktioniert aber leider nur am Anfang. Ich habe gerade meiner Target Position geschaut. Da hatte ich für Februar einen Short Put 65 und einen Long Put 60 gekauft, als die Aktie noch bei 70 Dollar notierte. Ich hatte 48 Dollar für den Short bekommen und 18 Dollar für den Long bezahlt.

        Mittlerweile ist der Short Put bei 230 Dollar im Minus, während der Long Put nur 7 Dollar im Plus ist. Er hat mich also überhaupt nicht gerettet, obwohl wir noch 3 Wochen bis zum Verfall haben.

        Deswegen bin ich bei solchen Spreads sehr sparsam. Ich hab ihn nur aufgesetzt, weil ich damit die Margin halbieren konnte.

        VG, Rico

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      2. Okey, dass hätte ich nicht erwartet.
        Danke für die Info, dann werde ich den Long Put ausschließlich zur Margin-Reduzierung verwenden. Welches Delta haben deine Optionen gerade ?

        Lg Michael

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      3. Okey, der Unterschied ist echt heftig. Ich hab auch die Deltas verglichen und wenn ich ca 5 Punkte auseinander gehe habe ich eine Differenz von 0,1 bis 0,2. Sobald ich eine Gelegenheit finde werde ich sie im Blog posten.

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      4. Hi Josef, der war am Ende nicht so groß. Wie gesagt, die Aktie Stand bei 70, als ich den 65er Put verkauft hatte (war ca. Delta 25, der gekaufte war natürlich geringer — ca. Delta 10). Der 60er Put war 2 Strikes entfernt. Der hatte damals immer noch 18 Cent gekostet, obwohl die 65er Option nur 48 Cent an Prämie gebracht hat. Wenn ich den 62.5er Put gekauft hätte, wäre die Prämie enorm geschmolzen. Das hätte in Sachen Risiko-Ertrags-Verhältnis rein gar nichts gebracht.

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    1. Hallo Bernd

      Ja ich bin auch ein Fan von einfachen Strategien, ich handle die meiste Zeit ohnehin nur Short Puts. Allerdings muss man auch mal was neues probieren, man weiß ja nie wenn man es nicht probiert.

      Lg Michael

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      1. Da hast du auf jeden Fall recht! Ich habe auch lange Ausprobiert und dann irgendwann gemerkt, wenn mir etwas gefällt oder womit ich mich einfach gut fühle. Das kommt dann von ganz allein 🙂 Für mich sind Earnings Trades leider genau das Gegenteil von gut fühlen. Deswegen lass ich davon lieber die Finger! VG, Rico

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      2. Bei Earningstrades habe ich auch immer Bedenken. Ich handle aber sehr gerne am Tag nach den Earnings, wenn die Aktie eine paar Prozent eingebrochen ist. Die Vola ist noch hoch und die Aktie erholt sich meistens schnell wieder.

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